Archiv für den Monat: April 2013

Drossel, Fink und Star …

Wie die Telekom mitteilt, wird bei Neukunden DSL künftig ab einem bestimmten Datenvolumen der Zugang gedrosselt. Als Streamingprovider sehe ich mich hier in der Pflicht, aufzuklären, mit welchen Datenvolumen für die Zuschauer künftig zu rechnen ist:

Normale Streams ohne Transcoding

Bei Streams ohne Transcoding wird der Stream so wie er vom Streamer hochgeladen wird weiter geleitet. Der Streamer legt hier die Bandbreite selbst fest, daher ist es nicht möglich vorher zu sagen, wieviel Volumen eine Stunde Stream verbraucht.

Ich möchte nur einmal ein Rechenbeispiel anführen, wenn der Streamer einen Stream mit 500kbit/s Video und 96 kbit/s Audio streamt (Summe 596 kbit/s)

596 kbit/s = 74,5kB/s = 268.200 kB/h = 262 MB/h

Wer also einen 10h Stream anschaut, wird 2,62GB Volumen verbrauchen.

Wer die Audio-Only Option verwendet hat einen 96kbit/s Stream

96 kbit/s = 12 kB/s = 43.200 kB/h = 42,2 MB/h

Wer also einen 10h Stream zuhört wird 422 MB Volumen verbrauchen.

Transcoding Streams

Bei Transcoding Streams ist es möglich den Quell Stream (Source) anzusehen. Auch hier habe ich keinen Einfluss auf die tatsächliche Bandbreite. Die Transcoding Streams die daraus erzeugt werden haben folgende Bandbreiten und erzeugen entsprechende Volumen pro Stunde:

  • 720p: 1396kbit/s = 614 MB/h
  • 360p: 596kbit/s = 262 MB/h
  • 240p: 446kbit/s = 196 MB/h
  • 160p: 246kbit/s = 108 MB/h
  • Audio: 96bit/s = 42 MB/h

Ggf wird bei den Playern noch ein Plugin eingebaut, das den aktuellen Volumenverbrauch anzeigt, damit die Zuschauer von Streamservices Streams besser planen können.

Der Weg zum erfolgreichen Stream

Streamservices ist – wie die meisten wissen – ein Dienstleister, der auf eine nicht geringe Eigenleistung der Kunden setzt – dadurch halten wir unsere Verwaltungskosten klein, und können diese Ersparnis an den Kunden weiter geben. Diese Eigenleistung des Kunden bedeutet, dass er ein Kundenkonto erstellen muss, auf dieses Konto etwas einzahlen muss, eines der Streamingpakete bezieht, und schließlich seinen Event selbst in den Event Manager einträgt, um diesen auf diversen sozialen Platformen bewerben zu lassen.

Die drei Jahre Streamingerfahrung, die ich bei den Piraten gesammel habe, zeigen mir deutlich, wie man einen erfolgreichen Stream generiert:

<sarkasm> (Für alle die, die es nicht verstehen)

  • Haltet als Organisatoren eines Events alle im Unklaren ob und auf welchem Portal es einen Stream geben wird. Wird danach gefragt, antwortet so wage wie möglich „Wir werden vielleicht versuchen einen Stream anzubieten“
  • Führt intern auf jeden Fall jedes mal vor einem Event, den ihr plant, eine Open Source Grundsatzdiskussion.
  • Wenn ihr euch dann gegen eine Vorbis/Ogg Streaminglösung entschieden habt, meldet euren Account bei eurem Streamingdienstleister möglichst um 2 Uhr früh in der Nacht vor dem Event an, wohlwissend, dass diese manuell freigeschalten werden muss
  • Stellt erstaunt fest, dass man vorher das Konto aufladen muss, und ohne Paypal oder eBanking eine sofortige Gutschrift auf euer Konto nicht möglich ist – obwohl das im Tutorial beschrieben ist, das ihr nicht lesen braucht.
  • Nachdem euch bei Rücksprache ein Kredit eingeräumt wurde, bucht das entsprechende Streamingpaket vom Streamingrechner aus, von dem ihr keinen Zugriff auf die Emails möglich ist, wo eure Zugangsdaten hingeschickt wurden.
  • Testet auf keinen Fall eure Hardware. Prüft nicht ob ihr bei eurem Event alles dabei habt. Wundert euch darüber, dass der Ton von der Kamera für einen Saal mit 50 Zuschauern nicht für Stream geeignet ist
  • Überprüft auf keinen Fall eure Streamlautstärke. Eingeblendete Pausenmusik darf ruhig bis zum Anschlag gehen, wogegen man den Sprecher ohne zusätzliche Verstärkeranlage beim User nicht zu hören braucht.
  • Tragt das Event 2 min vor Beginn ein um jede Bewerbung auf sozialen Netzwerken zu vermeiden
  • Bläht ein 640 x 480 Eingangs Bild auf 1080p auf um dann sagen zu können „Wir haben HD gestreamt“
  • Bei Problemen mit dem Streamingserver ignoriert die Hotline Nummer. Schreibt öffentlich auf Facebook und Twitter dass es nicht geht, in der Hoffnung der Provider liest es und fragt von sich aus nach.
  • Igoriert Pausenzeiten auf dem Event. Mutet den Stream 10min nach Pausenbeginn und demutet frühestens 30min nach Pausenende.
  • Bindet lokale Verstärker nicht in den Audiostream mit ein. Das Kameramikro oder das einzige in den Stream geleitete Handmikrofon muss reichen
  • Schätzt eure Eventzeiten auf +/-2h ab. Ignorert, dass Leute 30min nach offiziellem Streambeginn mosern, dass es immer noch keinen Stream gibt. Schaltet den Stream früher aus, oder überzieht das eingestellte Streamingende ohne dieses im Eventmanager anzupassen.
  • Egal wie wichtig der Event für andere ist: Veröffentlicht den Mitschnitt – wenn überhaupt – frühestens 4 Wochen nach dem Event.

</sarcasm>

Das ist eine Ansammlung der meistgemachten Fehler. Ich werde euch aber auch noch eine ernstgemeinte Liste schreiben, wie ihr am besten zu einem erfolgreichen Streamingevent kommt

😉

Hallo Welt!

Mit Hallo Welt beginnt immer der erste Eintrag. Hier begrüße ich die Streaming Welt. Streamservices.de soll in erster Linie als Präsentationsseite meiner Dienstleisungen dienen, hier möchte ich Erfahrungen, Neuerungen und Möglichkeiten aus dem Bereich Streaming aufzeigen und diskutieren, und dies mal mehr oder weniger ernsthaft :)

Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen der künftigen Einträge. Wer Fragen hat – immer her damit!

Gruß

Wolfgang